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Dogma 136

Christus hat seiner Kirche eine hierarchische Verfassung gegeben

Natürlich hat Jesus aus Nazareth das nicht getan, deshalb ist es ja ein Dogma. Ein Dogma ist ein unumstößlicher Beschluss der katholischen Kirche, mit dem nicht hinreichend fundierte Lehrsätze als allgemein gültig gemacht werden. Das Dogma 136 war erforderlich, um die hierarchische (oder sollte man sagen "monarchische") Struktur der Kirche ein für allemal als von Jesus begründet zu konstatieren. Da kann also ein synodaler Weg in Deutschland absolut gar nichts dran ändern, deshalb können sich die verknöcherten Eminenzen und Exzellenzen in Rom schadenfroh die Hände reiben. Mit dem Dogma 136 ist ein für allemal klargestellt, wer das Sagen hat und warum die Synodalen in Deutschland es nicht haben.

Es ist durchaus eine zutiefst verstörende Erfahrung, sich die Liste der 245 Dogmen mal durchzulesen und damit zu erfahren, welche Rechte man als Katholik nicht hat und was zu glauben vorgeschrieben ist. Wer die 245 Dogmen wirklich ernst nehmen will, ist danach mit Sicherheit ein anderer Mensch. Obwohl Mensch hier nicht ganz das richtige Wort ist, eher dienst leistender und fleißig zahlender Untertan.

Aus der Zeit gefallen

Natürlich sind die Dogmen aus der Zeit gefallen oder besser gesagt im Mittelalter hängen geblieben, aber sie gelten immer noch und wenn es den Machthabern im Rom gefällt, berufen sie sich darauf, aber nur dann. Wenn man in der Zeit glaubt, eine Einsicht für alle Zeit gültig festzuschreiben, dann lässt man dabei die Zeit außer Acht. Denn die Zeit hat ihre eigenen Regeln und sie verändert so ziemlich alles. Wie vermessen ist es also, eine in der Zeit als notwendig erachtete Regelung als eine für alle Zeit gültige Wahrheit in Stein zu meißeln und wie falsch? So werden die in ihrer Zeit für die Rettung der kirchlichen Monarchie erforderlichen Dogmen mehr und mehr zum Mühlstein um den Hals.

Drei Lager

Die heutigen Christen sind in drei Lager aufgeteilt. Da sind die Fundamentalisten, die mit allem einverstanden sind und vermutlich sogar den kirchlichen Missbrauch als hinnehmbare Begleiterscheinung akzeptieren. Dann haben wir die Modernen, die das zweite Vatikanum fortleben sehen wollen. Schließlich die größte Gruppe der Nochnichtausgetretenen, die sich im günstigsten Fall noch interessieren. Ansonsten nur auf ein christliches Begräbnis spekulieren. Diese größte Gruppe bröckelt und jeder Skandal reißt wieder ein Loch in ihre Schar. Aber auch die Modernen resignieren oft und treten konsequent aus. Bei den Fundamentalisten dezimiert Gevater Tod.

Geld regiert

Der Vatikan agiert nicht und reagiert nicht. Man beruft sich auf den missratenen Zeitgeist und sehnt sich nach "der guten alten Zeit" zurück. Für die Kirche mag es ja auch durchaus eine gute und alte gewesen sein, für ihre Beitragszahler war es das nicht. Da wurde mit Angst und Verdammnis gedroht und schon auch mal eine Lossprechung verweigert, wenn es der kirchlichen Sexualmoral gefiel, ihre verkorksten Regeln im Eheschlafzimmer durchzusetzen. Aber mit jedem Austritt sinken die Einnahmen und der Pomp in Rom kostet. Kommt also die Veränderung über leere Schatullen? Das mag durchaus sein, denn kein junges Paar lässt sich heutzutage von Rom in Sachen Verhütung auch nur ansatzweise etwas vorschreiben und wenn das in den Entwicklungsregionen noch so sein sollte, dann versündigen sich nicht die Menschen an Gott, sondern die Kirche an den Menschen.

Und es wird höchste Zeit, die Dogmen zu überarbeiten und sie von der Last der Ewigkeit zu befreien. Nichts kann ewig gelten, gar nichts. Es ist rein die Überheblichkeit des Menschen, der das bestimmen möchte. Und wenn die katholische Kirche als nennenswerte Größe überleben möchte, dann sollte sie sich lieber heute als morgen daran machen, den Geist von Johannes XXIII wieder in sich aufzunehmen. Der Aufbruch des zweiten Vatikanum wurde von seinen Gegnern maximal gebremst und so weit es ging zurückgefahren. Aber dieser Aufbruch ist der einzige Weg in die Zukunft. Wir brauchen eine Kirche, die den Menschen dienen will, die nützlich ist, die hilft. Eine unnütze Kirche braucht keiner. Und Gott braucht sowieso keine Kirche.

 

Die zwei Hoffnungen

Worauf sich Religionen stützen

Jede Religion basiert auf einer Hoffnung, die da lautet, dass es einen (also einen männlichen) Gott gibt, der im Stande und willens ist, unsere Geschicke zu leiten oder sich bei ausreichender Gebetsinsistenz zumindest dazu nötigen lässt.  Das Wetter nach unseren Vorstellungen zu gestalten, das Schicksal zumindest zu beeinflussen, wenn nicht gar komplett vor zu bestimmen. Also uns vor den eigenen Fehlern und Schicksalsschlägen zu bewahren. 

Manche Religionen, vor allem die monotheistischen vertrauen dann noch auf eine zweite Hoffnung. Dass der Herr Gott uns nach dem Sterben ein weiteres Dasein schenkt. Also "Mensch sein reloaded". Damit nehmen diese Religionen dem Tod seine Endgültigkeit und begreifen ihn als Pforte zum nächsten Leben, das natürlich unendlich sein muss. Die Christen berufen sich dabei auf die Worte Jesu, der ja Gottes Sohn war und es somit wissen musste. Dass der Wanderprediger Jesus erst auf dem Konzil von Nicäa zum Sohn Gottes erklärt wurde und Jesus selbst nach den Aufzeichnungen das so nie sagte, ist natürlich ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Praktisch die Erschaffung der Schnittstelle ins Jenseits.

Aber ist das wirklich so? Das wird wohl niemals jemand erfahren. Denn bei dieser Erfahrung liegt das irdische Leben hinter einem. Der Körper ist Leichnam, das Hirn abgestorben und mit ihm alle darin gespeicherten Informationen. Bleibt also noch diese Seele, die fortleben möchte. Dann müsste aber diese Seele einen Cloudspeicher haben, in dem ein todsicheres Hirnbackup abgelegt ist. Also ein transzendentes Raid-System. Leider gibt es bislang keinen einzigen Hinweis auf die Existenz dieser Hirncloud.

Vielleicht ist es aber auch so, dass unser Leben wie der Wasserkreislauf ist. Dass wir bei der Geburt aus den weiten des Ozeans in eine Wolke verdunsten und zum Tropfen geformt auf die Erde regnen und unser Lebensweg wie ein beständiges Fließen zurück zum Ozean ist. Blöd halt, wenn der Regen auf den Meeresstrand fällt, oder gleich ins Meer. Wobei wir gern den Fehler machen, die Qualität eines Lebens an seiner Länge zu bemessen.

Dieser Kreislauf wird auch im Kirchenjahr abgebildet. Wir freuen uns wie kleine Kinder, wenn das Christkindl am 24. Dezember in der Wiege liegt und sind an Karfreitag zu Tode betrübt. Dabei liegen Geburt und Tod Jesu zweitausend, bzw. bald zweitausend Jahre zurück und weder die Geburt noch der Tod haben sich wiederholt. Jesus von Nazareth lebte einmal und starb einmal. Dass die Christenheit auf die Idee kam, Jesu Leben immer auf's neue zu durchleben hängt mit der fanatischen Idee zusammen, allen Ereignissen den christlichen Stempel aufzudrücken. Denn die Rituale waren schon da, sie hatten halt nichts mit dem Christentum zu tun, sondern mit den Abläufen der Natur, dem ständigen Werden und Vergehen.

Es wäre auch anders möglich gewesen. Man hätte durchaus Jesus zum Sohn Gottes machen können und ihn nicht jedes Jahr auf's neue ans Kreuz nageln müssen. Immerhin gehört schon eine gehörige Portion religiöser Inbrunst dazu, das Leiden Jesu immer wieder zu verjetzigen. Man hätte die naturverbundenen Gebräuche als wertvolles Gut der Kultur betrachten können. Aber man sah es als Heidentum und damit als Gefahr für das Christentum und nahm ihm seinen eigentlichen Sinn. Und ausgerechnet die zwei höchsten Feste, also Weihnachten und Ostern tragen weiterhin ihre heidnischen Namen.

Die deutsche katholische Kirche am Scheideweg

Wie schwer man es sich machen kann, unentbehrlich zu sein

Nun also auch der Ex-Oberinquisitor ein Missbrauchsvertuscher. War ja zu erwarten, immerhin Domspatzen, jede Menge Missbrauchsmöglichkeiten. Mein Gott, was hast du aus deiner katholischen Kirche werden lassen? Warum sandtest du deinen Heiligen Geist nicht? Sie begann in England, im späten 18. Jhd. und hat unsere Welt gravierend verändert.

Industriealisierung ausgesessen

Die Industrialisierung. In manchen Regionen begann sie später, teilweise viel später. Bayern gehört zu den sehr Späten. Aber auch in Bayern hat die Industrialisierung alles verändert. Alles? Nein, die katholische Kirche hat sich der Industrialisierung widersetzt. Tut sie immer noch, nun ja, mit Ausrutschern, denn bei Royal Dutch Shell wollte man dann doch ins Aktiengeschäft einsteigen. Praktisch ein bisschen up to date sein.

Aber wenn man sich den Aufzug der Kardinäle anschaut, dann dürfen berechtigte Zweifel aufkommen, ob die Katholische auch nur ansatzweise vor hat, unsere Zeit zu akzeptieren. Geschweige denn in unserer Zeit zu leben. Hat ein bisschen was von Fasching. Aber dem hat Corona zumindest mittelfristig den Garaus gemacht. Nein, modern ist sie nicht, die KK und es sieht auch nicht danach aus, dass sie das will. Zu viele Privilegien müssten abgegeben werden. Nehmen wir mal das Privileg der Sündenvergebung. Und das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen, dass ein Bischof, der schlimmsten Missbrauch an Kindern vertuscht, sich erdreistet, Sünden zu vergeben. Vielleicht trifft man deshalb relativ selten Bischöfe in Beichtstühlen an.

Austritt

Wenn heute deine Kinder aus der Kirche austreten und du sogar Verständnis dafür hast, weil dir die KK auch manchmal bis zum Hals steht und du nur dabei bleibst, weil es halt auch viel mit Kultur zu tun hat, dann stimmt doch da was nicht mehr. Und bist es nur du, der das merkt? Liegen die vielen Austreter falsch oder liegt die KK falsch? Gerne wird der Zeitgeist als Schuldiger ausgemacht. Ja freilich, der Zeitgeist, der treibt die Leute aus der Kirche. Ist doch klar. Dem will sie sich nicht unterwerfen, diesem flatterhaften Zeitgeist. Aber es ist der Geist der Zeit, unserer Zeit und einen anderen haben wir nicht. Auch die KK hat keinen anderen, denn einen Geist der Ewigkeit, den mag es wohl geben, aber in der Kirche ist der sicher nicht. Dort herrscht der Geist der Vergangenheit. Dort wird dem Adel gefrönt. DA herrscht bitteschön Hierarchie. Man will zeitlos sein, meint aber die Zeit des Hochadels. Man will nicht dienen, sondern bedient werden. Herrschen.

Jesus wollte keine Mächtigen

Funktioniert halt leider nicht und es ist vermutlich das Letzte, was Jesus gewollt hätte, das Allerletzte. Man hat es ihm untergejubelt und leider wehrt er sich nicht. Das wäre doch mal eine schöne Lektion, wenn Jesus zurück käme und den Kirchenadel zurechtstutzte. Würde aber nicht funktionieren und in einer zweiten Kreuzigung enden. Diesmal vielleicht auf Lebenslänglich begnadigt, mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

PGR - ein Bisschen Bespaßung

Ja, so ist das. Grad eben wurden die Pfarrgemeinderäte gewählt, aber nicht, damit sie die dringendst notwendigen Reformen von unten auf den Weg bringen, sondern, damit sie mithelfen, das Feudalsystem KK zu erhalten. Da genügt es, wenn der PGR das schwindende Kirchenvolk ein bisschen bespaßt und dann zum Palmsonntag Weihpalm bindet, an Ostern rote Eier färbt und im Sommer mit einem lukrativen Pfarrfest die schwindenden Einnahmen der Kollekte aufbessert. Mehr verlangt KK vom PGR nicht und der PGR hat sich willfährig instrumentalisieren lassen. 

Hilflosigkeit in Perfektion

Wie sollst du als Eltern frustrierten Kindern da ihre Austrittsabsichten ausreden? Du bist ja selber frustriert, aber halt zu lange im System integriert, als dass du einen eigenen - höchst begründeten - Austritt in Erwägung ziehen könntest. Aber schad ist schon, dass sich die KK nicht in der Lage sieht, zeitgemäß zu bleiben, weil sie halt dadurch in die Bedeutungslosigkeit verschwindet. Wenn ein Papst als einzige Reaktion auf den Ukraine Krieg, die Ukraine und Russland dem unbefleckten Herzens Mariens empfiehlt und dem Patriarchen von Moskau, diesem Putin willfährigen Kyrill nicht gehörig die Leviten liest, dann weißt du, was die Stunde geschlagen hat. Die KK sieht sich nicht als Teil der aktuell stattfindenden Welt. Der Kyril wird den von den Russen vom Zaun gebrochenen Krieg vermutlich auch noch segnen, da sollte von Rom schon konkreteres Kommen, als die Befleckung des Herzens Mariens. Das ist Hilflosigkeit in höchster Perfektion und eigentlich feige.

 

Die Würfel sind gefallen

Über die Pfarrgemeinderatswahlen

Nach einem ebenso extensiven wie unzermürbenden Wahlkampf strömten am vorletzten Sonntag des März 2022 die Wähler tröpfchenweise in die Wahllokale um ihre Stimmen abzugeben. Immerhin standen oftmals für 10 zu wählende PGR-Mitglieder 10 Kandidaten zur Auswahl. Da fällt es selbst einem lupenreinen Demokraten schwer, die richtige Wahl zu treffen. Entsprechend hoch die Wahlbeteiligung. Die in den meisten Pfarreien die 5% mehr oder weniger deutlich überstieg. "Es gehe ja bei dieser Wahl vor allem auch um die Anerkennung der Arbeit des PGR", so konnte man vorher lesen, wenn man es las. Da aber mehr oder weniger um die 95% der zahlenden Katholiken der Urne fern blieben, wurde dieser Appell entweder nicht gelesen oder nicht beherzigt, vielleicht aber auch genau aus Anerkennungsverweigerung das Wahllokal gemieden.

Worum geht es beim Pfarrgemeindrat? Nun die meisten PGR-Mitglieder werden wohl sagen: Um Pfarrfest, Weihpalmbinden, Eierfärben und fleißiges diskutieren dieser Aufgaben. Aber worum geht es wirklich?

Der Pfarrgemeinderat soll mitreden, mitbestimmen und mitgestalten. So hat man das im 2. Vatikanischen Konzil beschlossen. Umgesetzt wurden die PGRs nur im deutschsprachigen Raum und wiederum geschieht es im deutschsprachigen Raum, nämlich in Deutschland, dass mit dem synodalen Weg endlich Bewegung in die Kirche kommt. Bewegung die man wohl mit dem Slogan Johannes XXIII "Aggiornamento" umschreiben könnte, die Kirche also in die Zeit zu bringen, up to date, updaten, wie man beim Computer sagt.

Wäre der synodale Weg nicht eine wesentliche Aufgabe des PGR? Neugestalten von unten her? Man sollte es meinen. Aber es scheint den PGRs eher um Konservieren zu gehen. Alte Bräuche und alte Zöpfe und ja nichts der heiligen Unendlichkeit in Frage stellen. Schade. Der synodale Weg hätte den Pfarreien sehr viel Lebenslust geben, den PGRs neue Kraft verleihen können. Es scheint aber, dass dazu sowohl Interesse als auch Bereitschaft fehlen. Man hört nichts, man sieht nichts. Es geht um Weihpalmbinden, Eierfärben, Pfarrfest und möglichst ausführlich darüber diskutieren.

Und so wird sie weiter erodieren, die unbewegliche katholische Kirche. Sogar die Fundamente fangen schon an zu bröckeln. Aber man sorgt sich höchstens um erodierende Kirchensteuern und wie man sich den Status quo weiterhin leisten kann. Die katholische Kirche ist äußerst erfolgreich darin, sich immer entbehrlicher zu machen. Fragen wie den Zölibat kann sie nicht lösen. Fragen, welche die Welt längst als gestrig abgehakt hat. Oder die Verweigerung der Frauenordination. Wer kann das heute noch glaubhaft argumentieren.

Werden solche Fragen von Pfarrgemeinderäten diskutiert? Würden sie es überhaupt wagen? Würden sie es überhaupt wollen? Wo sind den die Folgen des Priestermangels deutlicher zu spüren als in den Pfarreien und was gedenken die Rät*innen dagegen zu tun? Beten für Berufungen? Scheint nicht zu helfen. Wäre da ein zeitgemäßes Priesterbild, das man vom Sockel erlöst und einen ordentlichen Beruf daraus macht nicht vernünftiger? Warum werden diese Themen nicht diskutiert. Warum lässt man die da oben nicht mal spüren, wie viele da unten anders denken. Oder denken sie gar nicht anders? Sind sie Befürworter des Systems? Konservative?

Es scheint so. Denn der Horizont ist beengt auf Weihpalmbinden, Eierfärben und Pfarrfest. Ja nichts verändern, alles soll bleiben, wie es ist. Dabei bleibt immer weniger, weil alle, die sich mehr wünschen früher oder später die Segel streichen und auch die Mitgliedschaft. Gott braucht keine Kirche. Die Kirche aber braucht die Menschen. Die Menschen brauchen Gott. Die Kirche brauchen sie dabei nur, wenn sie nützlich ist. Ein Kirchenaustritt ist Gott wohl egal, auch wenn die Kirche das gerne anders sieht. Keine Religion kann Gott pachten, auch und schon gar nicht die katholische Kirche. Auch wenn sie zum Schuitz der göttlichen Heiligkeit die Missbrauchsskandale unter den Tisch kehrte. Gott sieht auch unter den Tisch, insofern waren sie ganz schön angeschmiert. Wer Gott bescheißt, kommt halt nicht weit.

Aber nun ist die Wahl der PGRs vorbei. Die Wahllokale der wenigen Wähler entledigt. Die Kandidaten zu 100% gewählt und bereit zum Weihpalmbinden, Eierfärben, Pfarrfest organisieren und über diese Themen ausführlich zu diskutieren, damit alles schön brav beim Alten bleibt und die Katholiken weiter ausreichend Gründe zum Austreten haben. Amen!

Weil er kein Bundesminister ist

Herr Emsö kräht ständig laut auf fremden Misthaufen

Vielleicht liegt es auch daran, dass er als Kandidat gegen einen Kontrahenten unterlag, dem er sich haushoch überlegen fühlte. Und immer mehr zeigt sich, welche Fehleinschätzung doch seine maßlose Selbstüberschätzung war und ist. 

Herr Emsö is ein Populist, wie er im Buche steht. Weht der Wind von rechts, dann flattert seine Fahne kräftig mit dem Wind. Bläst er von links, mach Herr Emsö wie der Wirbelwind auf dem Absatz kehrt und seine Fahne tut es ihm gleich. Bläst ein grüner Wind, dann küsst Herr Emsö höchst populistisch schon mal einen Rindenträger und achtet auf ausreichend Objektive, die selbstverständlich allesamt und exakt fokussiert auf den frisch verliebten Rindenküsser ausgerichtet sein müssen. Optimale Beleuchtung wird nicht dem Zufall überlassen.

Herr Emsö will gefallen, will geliebt werden und will natürlich unbedingt und mit absoluter Mehrheit wiedergewählt werden. Dabei mag er sogar noch glauben, ihm gehe es im Grunde um sein Bundesland, das herrliche Korruptistan. Wo er nach langen und umfangreichen Intrigen endlich in die Fußstapfen seines ober korrupten Übervaters treten konnte. Als Oberkorrupti in Korruptistan.

Aber zufrieden ist er nicht damit, er wollte mehr, glaubte, er wäre zu noch Höherem berufen, aber das sah die große Partei - höchst berechtigt - anders. So blitzte er ab. Eine hässliche Delle in seinem Ego, eine inakzeptable Schmach, eine schwärende Wunde, die sich nicht schließen will, weil er es selber nicht zulässt. Weil er ständig am Schorf kratzt, weil sie ihm zu langsam verheilt. Er will sie gar nicht verheilen lassen, denn sie darf erst heilen, wenn er sein Ziel erreicht hat und dieses Ziel heißt Bundesdiktator und nichts anderes.

Das Oberhaupt von Korruptistan, nun ja, das hat er bereits erreicht und es befriedigt ihn nicht. Deshalb muss er immer und überall einen eigenen Weg einschlagen. Korrputistan ist anders. Korruptistan macht alles besser, weil es Korruptistan ist und weil es ihn, den großen Emsö als Oberhaupt hat. Nichts fiel für ihn bei der letzten großen Wahl ab, gar nichts. Nicht einmal eine Aussicht. Ja nicht einmal die Aussicht auf eine Aussicht. 

Das wurmt, das gärt, das vergiftet. Dann kommt auch noch einer von den anderen, aber eben ein Bundesminister daher und führt ihn vor, wegen Windrädern. Es gibt in Korruptistan ein Gesetz gegen Windräder, basta. Trotzdem wird er Windräder ermöglichen müssen. Aber da fällt ihm schon noch eine Gemeinheit ein, ein Racheakt. Niemand hat von ihm zu fordern. Niemand! Und so ein Bundesminister schon gar nicht. Jeglichen Respekt vor der wahren Größe Emsös, dem Herrscher von Korruptistan ließ er vermissen, dieser unwürdigste aller Ignoranten.

Aber das nützt nichts, ein Bundesminister ist ein Bundesminister und damit ein Höherer als der Herrscher von Korruptistan. Dabei war alles auf einem guten Weg. Es lief richtig gut. Aber dann kam diese Corona und - das muss man jetzt anerkennend feststellen - machte die regierende Partei dem Land Korruptistan höchste Ehre. Die Abgeordneten der Hauptregierungspartei fädelten Deals ein und bereicherten sich in kaum zu überbietender Weise. Der Übervater hätte seine Freude dran gehabt. Emsö jedoch fiel das bei der Wahl auf die Füße. Der Staat wollte nicht wie Korruptistan werden, auch nicht die große Partei, was verwunderlich war, zumindest für Herrn Emsö.

Aber die hochtrabenden Pläne des Herrn Emsö sind zerplatzt, vorläufig zumindest. Verkraftet hat er das noch nicht, vergessen schon gar nicht, und so tummelt er sich ständig auf Schauplätzen herum und kräht wie der Gockel auf dem fremden Misthaufen. Dabei schwillt ihm der Kamm immer grotesker. Das merken die Menschen, ausgenommen die Mitglieder der KSU, die aller Regel auch gerne als Fremdmisthaufenkräher auftreten, und dann Dinge fordern, die man bei vernünftiger Betrachtung als Hirngespinnst oder Unsinn abtun muss. Aber Vernunft war in der KSU noch nie besonders beliebt. Da geht es um Ego, geschwollenen Kamm und auf fremden Misthaufen krähen.

Insofern muss der durchschnittliche Wähler in Korruptistan schon ein humorvoller Mensch sein, dass er bei so viel Testosteron und Dilettanz der KSU immer wieder seine Stimme gibt. Aber Corona hat uns gelehrt, dass Masken auch ganzjährig möglich sind, warum also nicht ganzjährig Fasching. 

Der neue Krieg

Massive Kriegsführung ohne Waffen

Ja, sie ist vernetzt, unsere Welt, ziemlich vernetzt sogar. Handel ist die beste Basis für Frieden und so war es auch fast siebenundsiebzig Jahre lang. Sogar mit Russland wurden Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut, Gaspipelines gebaut und es ging gut, ja, hätte weiter gut gehen können, wenn dieses Russland mehr Demokratie gewagt hätte. Gorbatschow hätte dazu die richtigen Weichen gestellt. Handel schafft Wohlstand! Nur leider hat dieser in Russland nicht für alle gereicht. Die Erträge gingen vor allem für den eigenen Größenwahn drauf und da vor allem für Rüstung. Der Rest verschwand in den Taschen weniger, die sich damit ziemlich reich machten. Unter ihnen ein ehemaliger Deutscher Kanzler, den seine eigene Partei längst und kräftig in den Hintern hätte treten sollen. Das Hauptproblem aber heißt Putin.

Putin erlebte den Niedergang der UDSSR als KGB-Offizier in der DDR und es traf ihn schwer. Also schwang er sich auf in die Machtstrukturen Moskaus, wo es ihm ein sturzbesoffener Jelzin leicht machte, nach der höchsten Staatsmacht zu greifen. Fortan war sein erklärtes Ziel die Wiedergründung der russischen Großmacht. Ein Test mit der Krim zeigte ihm, dass er damit durchkommen würde. Der Westen würde tatenlos zusehen, ein paar Sanktionen, aber damit konnte man klarkommen. Und es war Eile geboten, denn die Ukrainer rochen den Braten und suchten den Anschluss an EU und Nato. Das aber hätte es Putin deutlich schwerer bis sehr schwer gemacht. Also mussten rasch Tatsachen geschaffen werden.

Ein Land, dass 800.000 Mann unter Waffen hat, kann so eine Ukraine wie eine Mücke zerquetschen, so war er sich sicher. Da man aber den Soldaten und allen übrigen Russen mit Dauerpropaganda weis gemacht hat, dass es sich in der Ukraine hauptsächlich um Russen handelt und die Ukraine überhaupt kein eigener Staat sei, müssen die russischen Soldaten praktisch auf Landsmänner, Landsfauen und Landskinder schießen. Das ist viel schwerer, als wenn du als Ukrainer auf einen angreifenden Russen anlegst. Und dann empört sich der Westen in einer unzumutbaren Weise und liefert Waffen, dabei betonten sie - und hier vor allem die Deutschen - dass sie das auf keinen Fall tun würden. Das ist ein Vertrauensbruch, denn der Westens legt Wert auf Vertrauen. Schließlich die wirtschaftlichen Sanktionen und der Rauswurf aus SWIFT, unerhört aus Putins Sicht.

Man muss auch bedenken, dass so ein Putin nicht unbedingt ein Kenner der Realität ist, ausgenommen seiner. Sogar mit den eigenen Militärs sitzt er an diesem Monstertisch auf Maximalabstand. Dieser Mensch ist also maximal verrückt und bringt das auch durch seine Sitzposition zum Ausdruck. Dass er jetzt auch noch den Einsatz von Atomwaffen als Drohgebärde ins Spiel bringt, spricht nicht für sehr viele Trümpfe in der Hinterhand. Und da ist es wieder gut, dass der Putin viele sehr gute Freunde hat, die sehr viel Geld verdient haben, vielleicht sogar auf legale Weise. Und wenn es wirklich sehr gute Freunde sind, dann werden sie ihm wegen ein paar verlorener Milliarden die Freundschaft sicher nicht kündigen, denn was wäre das denn für eine Freundschaft. Sie würden wohl auch verstehen, dass Putin auf Westeuropa Atombomben schmeißen muss, damit er sein Zarenreich kriegt, auch wenn sie mit Westeuropa sehr viel Geld verdienen. Echte Freundschaft hält das aus und es ist mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich Putin nur ausgesuchte und treue Freunde erwählt hat, die für den guten Zar Wladimir sogar in den Tod gehen würden, weil sonst wäre es beim Putin bald vorbei mir Drohen. Sonst würden sie ihm mit diesem und jenem drohen, was bestimmt auch das Umdrehen des Kragens oder eine ähnliche lebensbeendende Möglichkeit beinhaltet.

Den Freunden Putins sind wohl die sogenannten "abtrünnigen" Republiken in der Ukraine egal, vielleicht auch die Krim, wenn sie dort ihre Villen behalten können und vielleicht ist ihnen auch Weißrussland egal und das großrussische Reich. Vielleicht ist ihnen der Machthunger Putins kein großes Anliegen. Durchaus vorstellbar, dass die Freunde Putins lieber Geschäfte mit der Ukraine und Westeuropa machen würden und wegen des Rausschmisses  aus SWIFT extrem sauer sind. Aber das sind natürlich Hirngespinste eines Verschwörungstheoretikers, denn solche Freunde würde Putin nie an sich heran lassen. Aber es müssen ja gar keine Freunde sein, es könnte ja auch sein, dass diese Freunde lediglich Geschäftspartner Putins sind, auf die und dessen Einfluss er angewiesen ist. Vielleicht sollte man aus Versehen diesen dubiosen Luxuspalast am schwarzen Meer dem Erdboden gleich machen. Da Putin abstreitet, dass ihm diese Nobelhütte gehört, könnte er sich schwerlich darüber beschweren. Und es wird sich auch sonst niemand beschweren, weil der Protzbau keinen anderen Eigentümer hat, es ist ein Haus ohne Eigentümer, ein herrenloses Haus. Durch eine Zerstörung könnte man aber erfahren, ob das alles auch so stimmt. Und wie schnell verfliegt sich so eine Rakete. Das könnte man vielleicht sogar Nordkorea unterschieben. Freilich, noch besser wäre es, wenn Putin zum Zeitpunkt des Einschlags dort anwesend wäre. Aber man kann halt nicht alles haben. Die Überstellung dieses realitätsverlustigen Egomanen nach Den Haag wäre auch eine zufriedenstellende Beendigung dieses sowjetischen Artefakts.

Unerhört! Die katholische Kirche bebt

Über die Forderungen der niederen Katholiken

Das sich das was ändern muss, das weiß, wer die Zeit aufmerksam beobachtet, schon länger. Du kannst als katholische Kirche (KK) nicht einfach verharren. Johannes XXIII wusste das schon und da drehte sich die Entwicklungsschraube noch verhältnismäßig übersichtlich. Trotzdem ordnete er ein Aggiornamento an, eine "Verzeitlichung". Danach taten die Fürsten im Klerus vieles, dieses Aggiornamento des 2. Vaticanums wieder zurückzudrehen. Sie fürchteten um ihre Pfründe,  um ihren Prunk und Pomp und ihre Macht. Aber man kann Zeit nicht zurückdrehen. 

Man sieht das sehr deutlich an der Behandlung der Missbrauchsproblematik. Es sei damals halt so gewesen, das war zwar gängige Praxis und der Klerikalismus hielt dicht, verschob Problempriester von Pfarrei zu Pfarrei und hielt den Deckel drauf, dass die heilige KK nur ja nicht besudelt würde. Dass sie aber genau das damit erreichten, fällt ihnen heute auf die Füße und dass es einem Ratzinger dermaßen schwer fällt, sich einfach nur aus tiefstem Herzen und ohne Wenn und Aber zu entschuldigen, zeigt, dass es manche immer noch nicht begreifen. Man kann einen Rostfleck überspachteln und überstreichen, aber der Rost frisst weiter.

Albino Luciani was Bischof von Venedig und wollte von der Banco Vaticano Geld für Sozialwohnungen, die aber wollte nicht. Als er am 26. August 1978 Papst wurde, hätte das für die Vatikanbank problematisch werden können. Also verstarb der Papst nach 33 Tagen im Amt. Freilich ist das nur ein Zufall. Wer würde schon einen Papst ...? Sein Vorgänger, Paul VI verfügte das Verbot von Empfängnisverhütung. Nicht nur aus heutiger Sicht eine Katastrophe. Was hat die Kirche in den Schlafzimmern zu suchen? Hierzu kam auch unter Woityla kein Umdenken. Ratzinger wollte die Missbrauchsfälle zur Chefsache machen und orderte alle Vorgänge nach Rom, wo sie eingelagert auf die Ewigkeit warten. Heute distanziert er sich sogar von irgend einer Verantwortung. Aber was erwarten wir, wenn man Greis sein muss, um in die höchste katholische Verantwortung zu kommen. 

Die Entwicklungsschraube dreht sich schneller und schneller und der synodale Weg kam nicht zustande, weil es wieder mal ein paar hyperaktive Laien gab, die herumg'schafteln wollten und sowieso alles besser wissen. Der synodale Weg kam, weil immer mehr Laien und auch Kleriker erkannten, dass es so nicht mehr lange weiter gehen kann, weil es dann nicht mehr weiter gehen wird. Wenige trauten den Synodalen einen Erfolg zu, zu viel Vetomacht seitens des Klerus. Und doch kam es anders. Vermutlich ist dieser Denkprozess in keinem anderen Land der Welt so weit fortgeschritten. Ja, es wird Länder geben, wo man sich nicht mal trauen würde, darüber nachzudenken, weil man fürchtet, die Heiligkeit zu gefährden. Welche Heiligkeit?

Einen gewaltigen Schubser hat die Einbehaltung des Kölner Gutachtens gegeben und dann die Vorstellung des Münchner Missbrauchsgutachtens. Nach dessen Vorstellung sogar ein Kardinal zugab, dass es für manche Priester besser wäre, sie wären verheiratet. Das war schon in gewisser Weise ein Dammbruch. Aber nicht nur Moskau ist weit, auch Rom, obgleich viele Wege hinführen. Rom wird wohl schon wissen, was denn da gerade in München passiert und in Köln und es wird Machtspiele geben. Aber wird sich etwas ändern? Nun ja, Geld regiert die Welt, auch den Vatikan und es ist viel Geld, dass von Deutschland nach Rom reist. Geld ist zwar der unwürdigste aller Beweggründe aber der wirksamste. Würde sich der Vatikan die vorgelebte Bescheidenheit des Franziskus zum Vorbild nehmen, dann ginge es natürlich viel billiger. Aber so schreibt sich der Herr Kurienkardinal nicht. Der will seine 400 Quadratmeter Luxuswohnung im Zentrum Roms. Pomp macht was her. Aber Pomp kostet halt. Und sollte Deutschland sich der Macht des Geldes besinnen und Rom Bescheidenheit abverlangen, dann könnte vieles gehen. Hauptsache man kann die Herrlichkeit Gottes auf Erden passend repräsentieren. 

Aber so schnell geht dem Vatikan die Luft, sprich das Mammon nicht aus. Immerhin sind da ja auch die Shell-Aktien, die man aber nur schweren Herzens verkaufen würde und so manch andere Firmenbeteiligung, bei der der Erdenkatholik die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, wenn er es denn glaubte. Doch das ist ein anderer Missbrauchsskandal. Während jeder ehrliche und verantwortungsbewusste Mensch bei Geldanlagen auch moralische Gründe anlegt, hat die KK damit keine Probleme. Sie ist ja die Moral, warum also moralisch handeln. Doch die Erde bebt und die Wellen werden stärker. Der Dampf im Kessel steigt und es ist höchste Zeit, Dampf abzulassen, sonst fliegt der Deckel und dann kann Keiner und Keine voraussagen, was passieren wird. Möglich ist alles. Sogar die Dinosaurier sind verschwunden und die beherrschten die Erde immerhin über 170 Millionen Jahre. 

Kennen Sie das Credo

Was wir da seit Jahren gedankenlos herunterbeten

Natürlich kennen Sie das Credo, was für eine Frage. 

"... und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben." So sieht also aus katholischer Sicht die weltliche Existenz Jesu aus. Wow! Geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben. Und sein Leben? Immerhin dreiunddreißig Jahre. Die viel gepriesenen und wohl ausfabulierten Wunder? Auf die kommt es doch in den vielen Evangelien an. Daran nicht glauben? Geboren, gelitten ... Seit Generationen geben wir uns damit zufrieden. Freilich, es geht ja um die Erlösung unserer Sünden. Jesus, Sohn Gottes, muss sich auf der Erde kreuzigen lassen, um die Menschen - Schöpfung Gottes - von den Sünden zu erlösen, die andere Menschen, damals noch im Paradies, zum Leidwesen Gottes gemacht hatten. Damit diese Erbsünde überhaupt möglich war hatte Gott in die Mitte des Paradieses einen Apfelbaum mit vermutlich extrem köstlichen Äpfeln erschaffen und den Genuss der Äpfel verboten. Schon perfide. Und weil die Menschen nicht widerstehen konnten, was Gott in seiner unermesslichen Weisheit natürlich im Vorhinein wusste, war die Erbsünde mehr oder weniger unausweichlich. Warum aber sandte Gott nun Jesus zur Tilgung dieser unvermeidlichen Sünde auf die Erde und verlangte, dass Jesus zu töten sei, damit er die Sünde vergeben konnte? Nun, du musst schon katholische Kirche sein, dass dir darauf eine Antwort einfällt. Einsichtig ist sie nicht. Man sagt halt, dass es so ist und verbarrikadiert sich hinter dem angeblich unermesslichen Ratschluss Gottes. Das klassische Paradoxon. War es das, was Jesus uns hinterlassen wollte? War es nicht vielmehr sein Leben, seine Gleichnisse, seine Lehre? War sein Tod nicht eine logische Konsequenz seiner Kompromisslosigkeit? Und wahrhaftig nicht die Notwendigkeit für die Tilgung dubioser Schuld, deren Ursprung in den Urgründen fast aller Religionen verankert ist. Es scheint mir, dass es aktuell in der Kirche nicht nur an der mangelnden Fähigkeit der Selbstkritik mangelt, sondern auch am Willen auch nur ein Jota an den Glaubenslehren zu ändern. Die Erbsünde, die ewige Verdammnis, das waren unverzichtbare Aktivposten für das Monopol der Kirche, für die Sündenvergebung. Ohne Taufe, keine Erlösung von der ewigen Verdammnis. Ohne Sündenvergebung keine Zukunft in der Ewigkeit. Ein einfaches, aber sehr effektives Prinzip. Mit diesem Prinzip wurde der Petersdom in Rom errichtet und Martin Luther leitete deshalb mit seinen Thesen die Abspaltung der evangelischen Kirche ein. Die Gegenreformation mauerte die katholisch Position ein. Und heute? Ja heute wird genau das zum Menetekel. Mag schon sein, dass die deutschen Probleme in der katholischen Weltkirche  bedeutungslos sind. Aber ist die katholische Weltkirche tatsächlich mündig und mutig genug, die Thematik zu behandeln? Vermutlich nicht. Also kann man sich nicht darauf hinausreden, dass die aktuell in Deutschland im Rahmen des synodalen Wegs diskutierten Themen in der katholischen Weltkirche keine Rolle spielen. Man kann nur feststellen, dass das leider so ist, weil die meisten Regionen der Welt leider rudimentäre Probleme haben. Wenn Rom das nicht erkennt, werden sie wohl den Gürtel in Zukunft viel enger schnallen müssen. Denn das meiste Geld kommt aus Deutschland, lässt man die Mafia mal außer acht. Und Geld regiert die Welt, auch im Vatikan. Insofern ist es nicht so unwahrscheinlich, dass Rom auf die aktuellen Diskussionen in Deutschland reagieren muss.

Gut gebrüllt, Löwe!

Über die zwangsmutigen Beschlüsse des synodalen Wegs

Um es gleich vorweg klar zu stellen: Ich gab dem synodalen Weg von Anfang an keine Chance. Zu viele Vetomöglichkeiten seitens der Bischöfe konnten jedes noch so kleine Reförmchen im Keim ersticken. Aber nun ist es anders gekommen. Die Beschlüsse gehen weit über das hinaus, was unverbesserliche Optimisten für erreichbar gehalten hätten. Ja, wie konnte das passieren? Vermutlich führte eine Verkettung von Ereignissen dazu. Das begann mit dem resignierten Rückzug von Kardinal Marx vom Vorsitz der deutschen Bischofskonferenz, setzte sich mit der Ignoranz eines Kardinal Woelki im Bezug auf das Missbrauchsgutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl fortund fand schließlich mit dem von Marx bei eben dieser Kanzlei in Auftrag gegebenem Gutachten für die Erzdiözese München-Freising ein vorläufiges Ende.

Das konnte einfach nicht mehr ignoriert werden. Und es wäre durchaus möglich dass Marx so kalkulierte. Wer jetzt noch so tut, als wäre alles bestens und müsste nichts reformiert werden, der muss wahrhaftig verblendet sein. Oder aber will die Kirche krampfhaft im Gestern konservieren, wo doch alles so heilig und gut war, mal abgesehen von den schwarzen Flecken. Vermutlich sehen diese Unverbesserlichen die missbrauchten Kinder als das Böse, das die Heilige mit Schmutz bewirft. Nein, man kann es nicht mehr wegdiskutierten und man muss auch nicht so tun, als wäre die überproportionale Repräsentanz von Homosexualität im Klerus reiner Zufall. Das hat alles System und es kann nur durch Systemänderung behoben werden. Das ist jetzt absolut kein Plädoyer gegen Homosexualität, wohl aber dafür, mit ihr anders umzugehen. Diese Scheinheiligkeit, auf der einen Seite Homosexualität zu verteufeln und auf der anderen die eigenen Reihen damit zu füllen muss beendet werden. Warum Homosexuellen eine Segnung verweigern? Das ist ja eine Einstellung die es nicht mal in der Vorzeit hätte geben dürfen. Warum Priester nicht heiraten lassen, sondern die Augen zudrücken, wenn sie trotz Zölibat Vater werden.

Natürlich soll zölibatär leben dürfen, wer das für sich will. Aber wenn sich ein Mensch im jungen Erwachsenenleben für die Ehelosigkeit entscheiden muss und dann merkt, dass er dafür nicht geschaffen ist, ist es dann besser, ihn des Amtes zu entheben oder heiraten zu lassen? Sind verheiratete Menschen etwa schlechter? Beten sie schlechter? Verhalten sie sich schlechter? Ist die Vereinigung von Mann und Frau eine Abkehr von Gott? Warum hat Gott es dann so eingerichtet, dass wir nur dadurch überleben, weil Mann und Frau sich vereinigen? So viel Müll, so viel Unsinn, so viel Leid!

Freilich hat Rom das letzte Wort, aber so einen massiven Reformaufruf aus Deutschland kann Rom nicht einfach vom Tisch wischen. Es gärte ja schon bei der Amazonas-Synode, als des Priestermangels wegen der Vorschlag sogenannter "Viri probati", also erfahrener Männer, rigoros vom Tisch gewischt wurde. Da ging es nicht um den Amazonas. Da war beim reaktionären Mob in Rom schon die Angst im Spiel, man könnte eine Tür öffnen und durch diesen Spalt würde der Zölibat entwischen. Nun, das tat er nicht. Aber jetzt wird das Thema direkt angesprochen und nicht nur der Zölibat steht zur Diskussion, sondern auch die Frauenordination. Freilich versucht man mit der Diakonin zunächst einen Fuß in die Tür zu setzen, aber eigentlich ist das feige. Das entspringt der Angst, dass man nicht zu viel fordern darf, weil man sonst gar nicht bekommt. Aber man muss Chancen nutzen, wenn sie sich bieten. Man muss erkennen, wenn das Spiel läuft. Mag schon sein, dass die katholische Kirche in Deutschland nur ein Bruchteil des Weltkatholizismus ist. Aber man darf auch nicht vergessen, dass der Vatikan ohne das viele Geld aus Deutschland den Gürtel sehr viel enger schnallen müsste, also hat Deutschland schon eine große katholische Stimmkarte.

Die konservativen Kreise in Rom werden darauf drängen, keinen Zentimeter zurück zu weichen, die Reformkräfte - geringer an Zahl, werden den Forderungen stattgeben wollen. Und die klugen Kräfte - sollte es sie geben, werden eins drauf setzen und die statt den Diakoninnen die Frauenordination fordern. Man kann natürlich sagen, dass der synodale Weg nichts, ja überhaupt nichts zu beschließen hat, aber die Tatsache, dass es diesen synodalen Weg gibt, der Umstand, dass sogar Bischöfe für Reformen stimmen zeigt deutlich, dass Handlungsbedarf besteht und das nicht nur in Deutschland, aber wir waren immer schon gut im Vorauseilen.

Wir haben das Ende der Kernkraft eingeläutet, warum also nicht auch das Ende des Pflichtzölibats und den Anfang der Frauenordination. Wer Kanzlerin kann, könnte auch Pfarrerin. Oder anders gesagt: Wir schaffen das!

Wenn der Wind weht, kann man Mauern bauen, um ihn abzuwehren oder Windmühlen.

 

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